Abgeschlossen

Restaurierung der Kanzel


Der Kanzelkorb (Unterteil) stammt aus dem Jahr 1574, der barocke Schalldeckel wurde 1723 hinzugefügt.

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In den Jahren 2014 bis 2016 erfolgte eine umfassende Restaurierung

Die Kanzel ist das erste große Kunstwerk in St. Marien, das nach der Reformation entstand. Im Zuge der Restaurierung erfolgte eine dendrochronologische Untersuchung, die belegte, dass das im Kanzelkorb verwendete Holz teilweise rund um den Zeitpunkt der Annahme der Reformation in Rostock (1531) geschlagen wurde. Somit wurde die Ratskirche St. Marien zeitnah für die wesentlichen Elemente des erneuerten Gottesdienstes ausgerüstet.
Der Kanzelkorb weist ein äußerst reiches Bildprogramm auf, das in hochwertiger, zwischen Relief und Vollplastik wechselnder Schnitzarbeit ausgeführt wurde. Diese im Jahr 1574 vollendete Arbeit wurde lange Zeit dem aus Antwerpen stammenden Meister Marcus Stockmann zugeschrieben, doch ist diese Deutung umstritten, da Stockmann erst 1577 Bürger in Rostock wurde. Am Beginn des Kanzelaufgangs befindet sich eine prächtig dekorierte Pforte. Die Bilddarstellung in ihrer Bekrönung sowie das gesamte Bildprogramm sind typisch für die Norddeutsche Bildkunst der Reformationszeit.

Der Schalldeckel gehört zur Gruppe der barocken Kunstwerke der Marienkirche und wurde 1723 ergänzt. Es ist bemerkenswert, dass die ausführenden Künstler sehr erfolgreich auf den älteren Stil des Kanzelkorbes Rücksicht nahmen, ohne die Ausdrucksmittel ihrer eigenen Epoche zu verleugnen.
Zu den Herausforderungen der Restaurierung gehörte die Bestimmung und Festlegung der Farbfassung sowie der fachgerechte Umgang mit der vorgefundenen Belastung durch Holzschutzmittel aus der DDR-Zeit.
Insgesamt wurden für die Restaurierung insgesamt 171.000,00 Euro aufgewendet. Unterstützung kam dabei von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung, der OstseeSparkasse Rostock, der Rudolf -August Oetker- Stiftung für Kunst Kultur, Wissenschaft und Denkmalpflege und der Deutsche Stiftung Denkmalschutz.